HOT

HOT: HandlungsOrientiertes SprachTraining
„…weil durch das aktive Handeln die Sprache inhaltlich gefüllt wird.“ (Jean Piaget)

Die Abkürzung HOT steht ursprünglich für HandlungsOrientierterTherapieansatz. Er wurde von der Logopädin Marianne Reddemann-Tschaikner für Kinder mit Spracherwerbs- und Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen entwickelt und stützt sich auf das Konzept von Dr. Irina Weigl über den Zusammenhang von Handlung und Sprache.

Das Handlungsorientierte Sprachtraining ist eine strukturierte Methode, Sprachhandlung und sinnliche Erfahrung so miteinander zu verknüpfen, dass implizites Lernen erleichtert und systematisch in ein sprachliches Netz einordnet. Die Methode, die in fünf Phasen unterteilt ist, bietet eine Struktur, die Sicherheit an mehreren Stellen gewährleistet: Einen Ablauf, der immer wieder gleich ist – und sprachliche Muster, die es möglich machen, Sprache im Zusammenhang zu erfahren. Dies geschieht in Form von Alltagshandlungen, den sogenannten Skripts. Das sind kurze Essenszubereitungen oder Bastelanleitungen. „Was wollen wir machen?“ und „Was brauchen wir?“: das sind die beiden Fragen, mit denen HOT immer beginnt. Sie werden mit realen Gegenständen und vielen Zeichnungen beantwortet, die zum Sprechen und Handeln einladen und auffordern. Am Ende jeder Einheit steht immer ein konkretes Handlungsergebnis.

Zusammen mit dem KIKU Kinderkulturhaus Lohbrügge und kulturkaviar für alle e.V. wurde der Ansatz in den letzten Jahren so weiterentwickelt, dass er die Bedarfe von Gruppen, insbesondere auch im DaZ-Bereich (Deutsch als Zweitsprache) integriert. Das Handlungsresultat wirkt motivierend, Erlerntes zu wiederholen und dadurch zu vertiefen. Im Dialog zwischen Anleiter*in und Kind werden Handlungen systematisch und redundant versprachlicht. Das Ordnen, Zuordnen und Kategorisieren der Zutaten, Materialien und Geräte fördert das situative Wissen, die Wortfindung und den Wortschatz und führt zum Aufbau einer altersentsprechenden Formulierungsfähigkeit. Der Ansatz ist in Kita (ab ca. 4,5 Jahre), Vor- und Grundschule besonders gut umsetzbar. Eine HOT-Einheit, umfasst ca. 60-90 Minuten. Empfohlen wird es, eine wöchentliche HOT-Einheit über einen längeren Zeitraum einzurichten.

In einem noch laufenden Prozess wird derzeit ein Grundstock von 50 HOT-Skripts, das heißt Bastel- und Zubereitungsanleitungen, angefertigt, erprobt und den neugierigen und teilnehmenden Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Derzeit vermittelt die Gabriele Fink Stiftung eine Fortbildung für Kitas und Schulen, die auch am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg angeboten wird. Diese kann, je nach Bedarf, 3 bis 9-stündig erfolgen und eine Supervision / Hospitation beinhalten.

Ansprechpartnerin für dieses Projekt in der Gabriele Fink Stiftung ist: Frauke Rubarth

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