Kulturschule

Kulturschule Hamburg
Das Programm „Kulturschule Hamburg“, das 2011 von der Gabriele Fink Stiftung initiiert wurde, war ein Schulentwicklungsprogramm. Ziel war es, kulturelle Bildung und die aktive Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der Schule zu fördern. Durch Veränderungen in der Organisationsstruktur-, Unterrichts- und Personalplanung der beteiligten Schulen entstehen neue Formen des Unterrichts, die neben den kognitiven auch die kommunikativen, sozialen und kreativen Kompetenzen der beteiligten Schüler stärken.

Unser Berater Paul Collard erklärte in einem Interview überzeugend und klar die Ausgangsgedanken zum Programm „Kulturschule Hamburg“. Interessenten finden das Interview von Skrollan Alwert hier. Die Übersetzung aus dem Englischen von Monique Schwitter können Sie hier nachlesen.

Begonnen hat das Programm mit einer dreijährigen Implementierungsphase, in der die Schulen sich darauf vorbereitet haben, Kulturschule zu werden. In jeder Schule bildeten sich Kulturschulteams, die Schulleitung wurde eingebunden. Unterstützt wurde dieser Prozess durch systemische Beratung, Netzwerktreffen mit Workshops und Impulsreferaten sowie regelmäßigen Schulbesuchen.

Zum Abschluss der Implementierungsphase ist der 47-minütige Film „Die Hamburger Kulturschulen 2014“ (eine Alwert Film Produktion im Auftrag der Gabriele Fink Stiftung) entstanden, Er dokumentiert die Entwicklung an den verschiedenen Schulstandorten in zahlreichen Interviews und Statements von Schulleitern, Lehrern, Schülern, Bildungsexperten und Politikern. Hier können Sie sich den Trailer ansehen und ggfs. auch den Film bestellen – solange der Vorrat reicht.

Mit dem Schuljahr 2014/15 begann die Hauptphase des Programms. Ihre Schwerpunkte lagen in der langfristigen Verankerung der aufgebauten Strukturen in den Unterrichtsalltag und der Zusammenarbeit mit Künstlern in der Unterrichtsplanung und -durchführung. Auch in naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern sollten künstlerisch-ästhetische Methoden und Erfahrungen genutzt werden, um Lernprozesse vielseitiger und anschaulicher zu gestalten.

Unterstützt wurde dieser Prozess von unseren KulturLotsen, die – selbst Künstler aus verschiedenen Sparten – die Schulen beraten haben, Konzepte miterarbeiteten und Kontakte zu anderen Künstlern und Kulturinstitutionen herstellten. Entscheidend war der Blick des Künstlers auf die Schule.

Einen guten Eindruck von der Zusammenarbeit der KulturLotsen mit den Schülerinnen und Schülern gibt der Film „Kann ich schon!“ von Arne Gedigk, KulturLotse und Musiker.

Beteiligt waren drei Grundschulen, die Grundschule Thadenstraße, die Grundschule Am Heidberg und die Heinrich-Wolgast-Schule sowie drei Stadtteilschulen, die Stadtteilschule Altrahlstedt, die Stadtteilschule Am Heidberg, die Kurt-Tucholsky-Schule sowie das Bildungszentrum Hören und Kommunikation, die Elbschule.

Die Gabriele Fink Stiftung fungierte als Ideen- und Impulsgeber, unterstützte die Schulen finanziell und bot ihnen zusätzlich projektbegleitende Beratungsleistungen an. Kooperationspartner des Programms waren die Behörde für Schule und Berufsbildung, die Kulturbehörde und die Gabriele Fink Stiftung. Gelenkt wurde das Projekt „Kulturschule Hamburg 2011 – 2018“ von einer Steuergruppe, die mit Vertretern der drei Kooperationspartner besetzt ist und von einer hauptamtlichen Projektleiterin unterstützt wird. Der gesamte Prozess wurde intern von der Schulen und extern vom Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) in Hamburg evaluiert.

Verantwortliche Berater waren in der Anfangsphase Professor Dr. Volker Ladenthin, Dipl. Psych. Michael Ley vom Institut für Qualitative Bildungsforschung in Köln und Paul Collard, Kopf des britischen Programms Creativity Culture & Education (CCE). Als international anerkannter Experte für kulturelle Bildung berät er weltweit Schulen und Institutionen und ist heute verantwortlicher Berater unseres Programms. Er hat für jede Schule ein individuelles Beratungsangebot entwickelt und leitete Workshops in den jährlich stattfindenden Netzwerktreffen. Seine Expertise zur Umsetzung schulischer Entwicklungsprozesse mit kulturell-künstlerischem Schwerpunkt und ihre Verankerung im Curriculum gab die Richtung für die Kulturschulen vor. Später arbeitete die Bildungsreferentin, Dozentin, Autorin und Kinderphilosophin Dr. Kristina Calvert beratend im Projekt mit. Sie ist Leiterin der Projekte „Forschen und Philosophieren mit Kindern“ sowie „Philosophieren mit Kindern über die lebendige Natur“ (PhiNa).

7 Jahre Kulturschulen in Hamburg – das Abschlussfest!
Am 29. Juni 2018 feierte die Gabriele Fink Stiftung mit zahlreichen Schulleitern, Lehrern der Kulturschulteams und Schülern der beteiligten Kulturschulen, mit Vertretern der Schulbehörde und der Kulturbehörde und vielen Partnern und Freunden das Ende des Programms „Kulturschulen Hamburg 2011 – 2018“ in dieser Form.

Der Ort des Geschehens entsprach dem Anlass: Im bunten Zelt des Cirkus Abrax Kadabrax in Hamburg-Osdorf gestalteten die Schulen, unterstützt von KulturLotsen, das Programm und präsentierten in künstlerischen, sehr unterschiedlichen Performances Beispiele ästhetischen Lernens. Nach einem mitreißenden Konzert der Rockband „Radau“ wurde die Handreichung, die bereits in die Zukunft der ästhetisch-kulturellen Bildung an Hamburger Schulen vorausweist, verteilt – schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin.

Das Fest ging schließlich am frühen Abend in den gemütlichen Teil über, kulinarisch perfekt ausgestattet von Schülern einer 9. Klasse. Ergänzt durch weitere geladene Gäste, die auf die eine oder andere Weise dem Programm verbunden sind, erfreute sich das Publikum an den Klängen einer Jazzband und schwelgte in teils wehmütigen, teils lustigen Erinnerungen an sieben Jahre intensive und erfolgreiche Bildungsarbeit – eine spannende Zeit, die keiner der Beteiligten vergessen wird! Für weiteren Gesprächsstoff und eine gehörige Portion Sentiment sorgte die Tatsache, dass quasi „nebenbei“ auch das 10-jährige Bestehen der Gabriele Fink Stiftung gefeiert wurde.

Weitere Informationen:

Kulturelle Bildung an allgemeinbildenden Hamburger Schulen
Eine Bestandsaufnahme zivilgesellschaftlichen Engagements in Form von Kooperationen zwischen Schulen und externen Partnern. Eine Studie im Auftrag der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der Claussen Simon Stiftung, der Gabriele Fink Stiftung, der Dürr – Stiftung, der BürgerStiftung Hamburg sowie der Stiftung Mercator in Kooperation mit der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), der Behörde für Kultur und Medien sowie der LAG Kinder und Jugendkultur erstellt durch das Institut für Kultur – und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg in Kooperation mit dem Institut für kulturelle Innovationsforschung. Die komplette Studie finden Sie hier.

Anhang zur Kulturelle Bildung an allgemeinbildenden Hamburger Schulen
Den kompletten Anhang zur Studie finden Sie hier.

 

Rahmeninformationen zur Kulturschule