Stadtteilkulturpreis

Der Hamburger Stadtteilkulturpreis
Mit dem Hamburger Stadtteilkulturpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, werden bereits seit 2002 herausragende Projekte der lokalen Kultur in Hamburg ausgezeichnet. Der Ideenpreis Stadtteilkultur wird an besonders innovative Projektideen vergeben, die in den beiden Folgejahren umgesetzt werden sollen und ein Gesamtbudget von 10.000 Euro nicht überschreiten. Der Ideenpreis ist mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgestattet. Bewerben können sich kulturelle Initiativen, Zentren, Vereine und Einzelpersonen, die sich im Stadtteil engagieren, über ein Onlineformular unter www.stadtteilkulturpreis.de.

Die Hamburger Stadtteilkultur und ihre Projekte stehen für Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger und Mitgestaltung der Stadtgesellschaft. Stadtteilkultur fördert Nachwuchs und Bildungsgerechtigkeit. Stadtteilkultur bietet Freiräume und schafft lokale Identitäten. Stadtteilkultur berührt und begeistert, weil sie Kultur mitten in der Gesellschaft und mitten aus der Gesellschaft ist. Sie spiegelt die ganze Vielfalt der Kulturen unserer Stadt.

2014 wurde der Hamburger Stadtteilkulturpreis neu aufgestellt, und der Ideenpreis kam hinzu. Preisstifter und Unterstützer der beiden Preise sind die Hamburgische Kulturstiftung, die Gabriele Fink Stiftung, die Patriotische Gesellschaft von 1765 und die Kulturbehörde Hamburg. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. unterstützt die Umsetzung. STADTKULTUR HAMBURG, der Dachverband für lokale Kultur und Kulturelle Bildung, ist als Experte und Szenekenner für Konzeption und Durchführung des Wettbewerbs zuständig.

Der Hamburger Stadtteilkulturpreis 2018
Der 15. Hamburger Stadtteilkulturpreis wurde am 25. April 2018 an die Veranstaltungsreihe „37FÜNF° – Heimat – Flucht – Zusammenleben“ des Stadtteilkulturzentrums Eidelstedter Bürgerhaus verliehen. Der größte Preis der Hamburger Stadtteilkultur ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde in einer festlichen Veranstaltung vor rund 200 Gästen in der Halle 424 im Oberhafen von Senator Dr. Brosda übergeben. Unter den Gästen waren neben Vertretern der Stadtteilkultur und der nominierten Projekte hochrangige Gäste aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Kultur, die von der freien Journalistin Catarina Felixmüller durch die Veranstaltung geführt werden.

Ein Kurzfilm des Filmemachers Martin D’Costa stellte das Gewinnerprojekt des Stadtteilkulturpreises vor. Die Laudationes für das Gewinnerprojekt hielt der Kulturjournalist Stefan Reckziegel. Zusammen mit Prof. Dr. Gesa Birnkraut von Birnkraut Partner und Robert Hillmanns vom zakk Düsseldorf hatte er den Preisträger aus einer Vorauswahl der Preisstifter ermittelt.

Über 37FÜNF°
Das Stadtteilkulturzentrum Eidelstedter Bürgerhaus entwickelte 2017 die Veranstaltungsreihe „37FÜNF° – Heimat – Flucht – Zusammenleben“, um auf die Diskussion um den Bau von Wohnungen für Geflüchtete im Stadtteil zu reagieren. Die Reihe bündelt Aktivitäten und Veranstaltungen, in denen die Themen Flucht, Ankommen, Integration, Mitgestalten und neue Nachbarschaften in den Fokus gerückt wurden. Bislang gab es zum Beispiel Ausstellungen und Filme zu Themen wie Flucht, Migration und Ankommen, aber auch partizipative Angebote wie eine Tanz- und Theaterwerkstatt oder Musikworkshops.

Die Jury sah die Veranstaltungsreihe „37FÜNF° – Heimat – Flucht – Zusammenleben“ als besonders preiswürdig an, weil sie als kultureller Brückenbauer den Begriff „Heimat“ neu definiert und mit einer Mischung aus Sensibilisierung, Wissensvermittlung und kultureller Partizipation gleich mehrere Generationen anspricht. „37FÜNF°“ fördert das gegenseitige Verständnis zwischen eingesessenen Stadtteilbewohnern und Neu-Hinzugekommenen. Die Reihe zeigt, wie es dazu kommt, dass jemand – freiwillig oder unfreiwillig – seine Heimat verlässt und was es bedeutet, auf der Flucht zu sein. Damit schafft sie wichtige Verbindungen zwischen den Menschen und stärkt nachhaltig das Zusammenleben. Mit der Auszeichnung für „37FÜNF°“ möchte die Jury sicherstellen, dass das Projekt weitergeführt, weiterentwickelt und möglichst nachhaltig im Stadtteil verankert werden kann.

Ausgewählt wurde das Projekt der Preisträger aus folgenden eingereichten Projekten:

  • Das Jubiläumsprogramm „10 Jahre SuedKultur“ der Initiative SuedKultur
  • Die Veranstaltungsreihe „37°FÜNF – Heimat – Flucht – Zusammenleben“ des Kulturzentrums Eidelstedter Bürgerhaus
  • Das kulturelle Bildungsprojekt „Circus ABRAX KADABRAX“ des Jugendpfarramtes der Nordkirche
  • Die partizipative Aktion „Dulsbox – 30m² für Deine Ideen!“ vom Stadtteilbüro Dulsberg
  • Das Historische Kinderprojektdes Stadtteilarchivs Bramfeld e.V.
  • Das intergenerative Kultur-Teilhabe-Projekt „KULTURISTENHOCH2“ der GEMEINSAM! Jung und Alt für Teilhabe und Lebensfreude gUG
  • Das Kindertheaterfestival „Lüfte – das Wüstenschiff hebt ab!“, ein Kooperationsprojekt von 17 Hamburger Stadtteilkulturzentren
  • Das Begegnungsprojekt „New Hamburg“ der Kirchengemeinde Veddel und des Deutschen Schauspielhauses
  • Das experimentelle Stadtteilbureau „Schaltzentrale“ des Viele Grüße von – Verein zur Förderung raumöffnender Kultur e.V.
  • Das integrative Medienprojekt „Yalla – Rein in die Stadt“ der GWA St. Pauli

Bilder der Veranstaltung sind abrufbar unter https://www.dropbox.com/sh/ecliue0hj6eyfsj/AABenQK8phZmHSfmExJl8QuOa?dl=0

Weitere Informationen zum Stadtteilkulturpreis und zum Bewerbungsverfahren finden Sie unter www.stadtteilkulturpreis.de

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