HOT

Der handlungsorientierte Therapieansatz (HOT)
In Zusammenarbeit mit Marianne Reddemann-Tschaikner initiierte die Gabriele Fink Stiftung 2014 erste erfolgreiche Pilotprojekte im Hamburger Kulturzentrum MOTTE e.V. und im KIKU Lohbrügge. Nachdem der HOT ursprünglich einen logopädischen Ansatz verfolgte, startet nun – wiederum unter Supervision von Marianne Reddemann-Tschaikner – eine Modellphase mit dem Ziel der kulturellen Integration von Flüchtlingen in Hamburg. Partner ist hier die Initiative Neuland, ein Projekt des Vereins Kaviar für alle.

Die Abkürzung HOT steht für den Handlungsorientierten Therapieansatz für Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, der ursprüng­lich von Marianne Reddemann-Tschaikner für Kinder mit verschiedenen Spracherwerbs­- und Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen entwickelt wurde. Diese Kinder hatten Schwierigkeiten in den Bereichen Morphologie/Syntax, Sequenzierung in Handlung und Textentwurf, Wortschatz- und Wortfindung und in der Formulierung. Einige hatten zusätzlich Sprachverständnis- und Aufmerksamkeitsprobleme, Schwierigkeiten beim Problem­lösen und Erstellen eines Handlungsplans.

Der HOT entstand aus dem Bedürfnis, den Kindern bei der Verbesserung dieser vielschichtigen Problematik zu helfen. Der handlungstheoretische Rahmen des HOT stützt sich auf das Konzept von Dr. Irina Weigl über den Zusammenhang von Handlung und Sprache, das auf ihre Unter­suchungen zum Spracherwerb und zur Kognition im Kleinkind- und Vorschulalter zurück­geht. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Therapieform sind vielfältig – sie reichen von primären und sekundären Sprachentwicklungsstörungen bis zur Sprachförderung von Vorschulkindern und Kindern mit Migrationserfahrungen. Auch bei Kindern mit Down-Syndrom, Autismus und anderen Störungen ist HOT erfolgreich.

Die Methode kann nach entsprechender Fachausbildung von Logopäden, Erziehern, Ergotherapeuten, Sonderschulpädagogen und Lerntherapeuten eingesetzt werden. Eltern sollten aktiv in das Therapiegeschehen einbezogen werden, die Interaktion zwischen Eltern und Kind wird aufgezeichnet und ausgewertet. Eine Zertifizierung des HOT als Therapie und Fachausbildung wird derzeit geprüft.

Auch 2017 wird die Pilotphase mit der Optimierung der Arbeitsmethoden und der Herstellung neuer Arbeitsmaterialien fortgesetzt.

Die Liste unserer Projekte